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Ein Bach fließt durch einen Wald
Kevin McElvaney / Greenpeace

Waldschutz ist Klimaschutz

Spricht man über die Bedeutung von Wäldern für den Klimaschutz, so geht es meistens um ihre Fähigkeit, CO2 zu speichern. Als sogenannte CO2-Senke leisten Wälder in der Tat einen wichtigen Beitrag, um die Erderhitzung zu bremsen. Allerdings sehen wir aktuell jeden Tag, dass uns die Klimakrise längst erreicht hat: Dürre, Waldbrände und zuletzt vor allem Starkregen und verheerende Überschwemmungen in Deutschland. Was können wir tun, um solche Katastrophen künftig zu verhindern? Wenn es um Klimaanpassung und Katastrophenschutz geht, hat der Wald bereits viele Antworten für uns:

Wasserrückhalt der Wälder mindert Überschwemmungen

Bei Regen übernimmt ein gesunder Wald gleich mehrere Funktionen, um sich selbst und umliegendes Land zu schützen: Der lockere, humusreiche Boden nimmt das Wasser wie ein Schwamm auf und speichert es. Die weitverzweigten Wurzeln unterschiedlicher Bäume und Pflanzen bilden ein starkes Netz, das den nährstoffreichen Boden festhält und vor Erosionen schützt. An Hanglagen bremst die dichte Vegetation aus Bäumen, Gras, Moos und Sträuchern das Wasser ab, so dass mehr im Boden versickert und weniger im Tal ankommt.

Je natürlicher und vielfältiger der Wald ist, desto besser funktioniert der sogenannte Wasserrückhalt. Bei Monokulturen und stark bewirtschafteten Wäldern ist der Boden hingegen durch schwere Maschinen verdichtet und kann weniger Wasser aufnehmen. Zudem werden sogenannte Rückegassen für den Abtransport gefällter Bäume, Schneisen und künstliche Entwässerungsgräben zu „Abflussrinnen“, durch die große Wassermassen ungebremst ins Tal strömen.

Sichere Versorgung mit Trinkwasser

Eine stabile Trinkwasserversorgung ist lebenswichtig – vor allem in Hinblick auf steigende Temperaturen und Dürreperioden. 74 Prozent des Trinkwassers in Deutschland stammt aus dem Grundwasser. Das Grundwasser speist sich wiederum vor allem aus Niederschlägen in Wäldern. Der Waldboden ermöglicht eine Versickerung des Regens in tiefere Erdschichten – vor allem unter Laubbäumen ist die Aufnahme besonders gut. Daher ist es wenig überraschend, dass 40 Prozent der Wasserschutzgebiete in Wäldern liegen. Wollen wir die Grundwassergewinnung nicht gefährden, müssen wir diese Gebiete vor intensiver Forstwirtschaft schützen. 

Wälder – die natürlichen Klimaanlagen der Natur

Wälder sind allerdings nicht nur wichtig für die Niederschlags-Aufnahme. Über ihre Blätter lassen Bäume auch Wasser verdunsten. Dadurch tragen Wälder entscheidend zum Wasserkreislauf und der Entstehung von Regen bei. Die Verdunstung hat außerdem einen stark kühlenden Effekt. Zusätzlich reflektieren das Blätterdach der Laubbäume das Sonnenlicht und verhindern damit eine starke Aufheizung ihrer Umgebung. Durch diese beiden Faktoren wirken vor allem Laub- und Mischwälder wie eine Klimaanlage.

Besonders spürbar ist das im Wald selbst, da sich unter dem geschlossenen Kronendach von Laubwäldern ein Mikroklima entwickelt, das deutlich kühler ist als offenes Umland oder Kiefernplantagen. Aber auch Parkanlagen und einzelne Bäume an Straßen leisten bereits einen wichtigen Beitrag gegen die Hitze. Mit Blick auf die Erderwärmung durch den Klimakrise sollte uns klar sei: Wir brauchen dringend mehr gesunde, große Laubbäume und Laubwälder.

Schützen, was uns schützt – Für eine Ökosystempolitik von morgen

Wälder erfüllen also eine wichtige Funktion für die Klimaanpassung – sowohl als CO2-Speicher, als auch für den Wasserkreislauf. Leider wird das Ökosystem Wald weiterhin viel zu wenig geschützt und stattdessen durch intensive Bewirtschaftung geschwächt. Drei wichtige Punkte muss die künftigen Regierung in den Fokus nehmen , um Wälder als Schutz gegen Klimakatastrophen zu stärken.

Rette unsere Wälder und fordere jetzt von der Regierung:

  • Sägen raus aus gefährdeten Laubwäldern
  • keine Aufforstung mit Nadelbäumen
  • 15 bis 20 Prozent unserer Wälder unter strikten Schutz zu stellen.

Das Logo des Greenpeace-Segelschiffs 'Rainbow Warrior III'.

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