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Congo Rainforest
© Thomas Einberger / argum / Greenpeace

Wälder der Erde

Lebensraum Wald – weltweit unter Druck

Die Wälder der Erde haben in jüngster Zeit eine Art Heldenrolle als Klimaretter bekommen. Trotzdem schreitet die Waldzerstörung voran – für Klimaschutz und Artenvielfalt fatal.

Wälder prägen die Landschaft in vielen Teilen der Erde. Von kargen Nadelwäldern im Norden bis hin zu undurchdringlichen Regenwäldern in den Tropen bilden sie ganz verschiedene Ökosysteme. 

So unterschiedlich die Wälder sind, so unterschiedlich ist auch unsere Beziehung zu ihnen. Für manche sind sie Orte der Erholung und Freizeitgestaltung, für andere sind sie Lebensgrundlage und Zentrum der Kultur. Doch viel zu oft sind die Wälder vor allem zweierlei: Rohstoff-Lieferanten und im Weg, wenn es um die Ausbreitung landwirtschaftlicher Flächen geht, vor allem für die Fleischproduktion. Dabei bleiben Menschen, Klima und Artenvielfalt auf der Strecke.

Greenpeace setzt sich weltweit dafür ein, die Wälder unserer Erde vor Ausbeutung zu schützen.

Wie die Wälder bedroht sind

Luftaufnahme von tropischem Regenwald, der abgeholzt wird
Christian Braga / Greenpeace

Schutzlose Ökosysteme

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Konsum in der EU ist für globale Waldzerstörung verantwortlich. Ein geplantes Gesetz dagegen weist Lücken auf.

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Waldbrände im Amazonasgebiet
© Greenpeace / Daniel Beltrá

Weltweite Waldbrände

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Ob Norden oder Süden – auf der Welt lodern erneut großflächig Waldbrände, die nicht oder nicht ausreichend bekämpft werden. Zum Beispiel in Brasilien und Russland.

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Wo befindet sich der größte Wald der Erde?

Der wohl bekannteste Wald der Erde ist der Amazonas-Regenwald. Er dehnt sich auf einer Fläche von unvorstellbaren sechs Millionen Quadratkilometern in neun Ländern aus, wobei 60 Prozent der Fläche in Brasilien liegen. Damit umfasst er mehr als die Hälfte der weltweit verbliebenen Tropenwälder und ist die größte zusammenhängende Regenwaldfläche der Welt. 

Geschätzte 80 bis 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichert der Amazonas-Regenwald. Er fungiert als natürliche Klimaanlage – nicht nur durch seine gigantische Speicherkapazität, sondern auch, indem er sein eigenes Wetter erzeugt. Auch deshalb gilt er als einer der globalen Klima-Kipppunkte. Seine Zerstörung facht die Klimakrise dramatisch an. 

Leider nähert sich der Regenwald seinem Kipppunkt: Zuletzt häuften sich die Hiobsbotschaften über weniger Regen ebenso wie darüber, dass er seine Speicherkapazität verliert und anfängt, sogar mehr CO2 auszustoßen als aufzunehmen. Wenn die aktuelle Entwicklung nicht bald gestoppt wird, wird der Wald laut Wissenschaftler:innen in absehbarer Zukunft kollabieren und „umkippen“. Die folgende großflächige Versteppung hätte verheerende Folgen für die Artenvielfalt dort und die Klimakrise weltweit. Noch können wir den Prozess aufhalten, dafür müsste aber die unter Brasiliens Präsident Bolsonaro dramatisch gestiegene Waldzerstörung enden.

Neben dem Klimaschutz ist der Amazonas-Regenwald für die Artenvielfalt von unschätzbarem Wert, nicht zuletzt als Apotheke für uns Menschen. Laut Weltgesundheitsorganisation basiert ein Viertel aller Arzneimittel auf pflanzlichen Wirkstoffen. Studien zufolge gibt es dort unter anderem etwa 40.000 Pflanzen-, 425 Säugetier- und 1.300 Vogelarten. Mehr als in jedem anderen Landökosystem und auch in anderen Tropenwäldern. Viele sind noch nicht einmal entdeckt – und würden verschwinden, wenn der Amazonas-Regenwald austrocknet und versteppt.

Luftaufnahme des brasilianischen Regenwaldes mit Fluss.

Der Amazonas-Regenwald ist das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Erde.

Welche Wälder gibt es auf der Welt?

Der Amazonas-Regenwald ist der größte, aber bei weitem nicht der einzige wertvolle Wald weltweit. Große zusammenhängende Regenwaldgebiete gibt es auch noch in Afrika, insbesondere im Kongobecken, sowie in Asien beispielsweise in Indonesien. Sie alle sind von Abholzung bedroht – für die Landwirtschaft ebenso wie für Rohstoffe. Und das, obwohl in ihnen meist eine ganz besonders reichhaltige Artenvielfalt herrscht.

Die größten zusammenhängenden Wälder der Erde sind allerdings keine Regenwälder, sondern sogenannte boreale Wälder, etwa in Sibirien, Kanada und Alaska. Diese sind ausschließlich auf der Nordhalbkugel zu finden. Geprägt sind sie von weltweit nur vier Nadelholzarten: Fichten, Kiefern, Tannen und Lärchen. Auch Laubbäume kommen vor, beispielsweise Birken. Wertvoll sind sie trotz ihrer deutlich geringeren Artenvielfalt, gleichermaßen als Lebensraum wie als Klimaschützer. Bedroht sind sie insbesondere durch die Forstwirtschaft, aber auch durch die zunehmende Zahl der Dürren und Waldbrände. 

In Mitteleuropa hingegen würde natürlicherweise Laub- und Mischwald überwiegen, insbesondere die Rotbuche wäre vielerorts die vorherrschende Baumart. Dies ist allerdings schon lange nicht mehr der Fall, da die Wälder nach großflächiger Abholzung zwar teilweise wieder aufgeforstet wurden, allerdings verstärkt mit Fichten und Kiefern. Diesen macht nun die Klimakrise besonders stark zu schaffen. Zudem ist in Europa die Abholzung für die Holz- und Papierindustrie sowie die Energiegewinnung ebenfalls ein Problem, etwa in Skandinavien, wo zunehmend Wälder der Säge zum Opfer fallen.

In Südeuropa und anderen weltweiten, warmen Küstenregionen wie Kalifornien oder Teilen Australiens herrschen oft Hartlaubwälder vor, also harte, immergrüne Gewächse, die im Zuge der Klimakrise ebenfalls verstärkt unter Waldbränden leiden. Bedroht sind auch die Trockenwälder an den Übergängen zwischen tropischen und subtropischen Zonen, etwa in Madagaskar, Brasilien und Mexiko. 

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Entwaldete Fläche in Argentinien, in der Mitte steht ein Baum
Martin Katz / Greenpeace

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Welche Verantwortung trägt Deutschland für die Wälder der Erde?

Schlimm, aber kann man nichts machen; hat ja nichts mit uns zu tun – so lauten oftmals unsere Reaktionen auf Waldzerstörung weltweit. Doch das ist nicht richtig. Wir in Deutschland und in Europa tragen sehr wohl zur weltweiten Waldzerstörung bei, etwa durch unseren ausschweifenden Konsumstil.

Die gute Nachricht: Wir können also auch Einfluss nehmen. Einer der Wege ist, in der  Handelspolitik Menschenrechte und Umweltschutz künftig in den Mittelpunkt zu stellen – und nicht Profite für Konzerne. Hier hat Greenpeace gemeinsam mit anderen Akteuren erreichen können, dass das geplante EU-Mercosur-Handelsabkommen mit Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay bisher noch nicht verabschiedet wurde. Es hätte die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes weiter angefacht. 

Wegen wachsender Widerstände sieht sich die EU-Kommission gezwungen, eine Zusatzvereinbarung zu Regenwald- und Klimaschutz mit den vier Mercosur-Ländern auszuhandeln. „Ein Prozess, der vollkommen intransparent abläuft und sich noch hinzieht“, sagt Greenpeace-Handelsexperte Jürgen Knirsch. „Greenpeace wird aber dranbleiben und weiter eine neue Sichtweise auf den Handel fordern – bei der Produktion, Handel und Konsum nicht an erster Stelle stehen, sondern soziale und ökologische Fragen.“

Ein weiterer Weg, Einfluss zu nehmen, sind gesetzliche Regelungen zu den Lieferketten. So engagiert sich Greenpeace derzeit für ein europäisches Waldschutzgesetz. „Unser Ziel ist, dass in der EU keine Güter mehr gehandelt werden dürfen, die mit Waldzerstörung in Verbindung stehen“, sagt Gesche Jürgens, Wald-Expertin bei Greenpeace. 

Beispiele hierfür sind Produkte wie Palmöl aus Indonesien, Fleisch aus Brasilien oder Kautschuk aus Kamerun, für die Regenwald gerodet wurde. Ende 2021 stellt die EU-Kommission den ersten Entwurf vor, den Greenpeace kritisch unter die Lupe nehmen wird. Wir werden uns in den nächsten Monaten dafür einsetzen, dass das Gesetz alle wichtigen Güter und Ökosysteme umfasst und klare Sanktionen bei Verstößen vorsieht. „Wir können unsere Wälder retten, wenn wir unseren Konsum reduzieren, Wälder vor Einschlägen schützen und die Klimaerhitzung begrenzen“, fasst Gesche Jürgens zusammen.

Greenpeace im Einsatz für die weltweiten Wälder

  • Greenpeace-Aktivist:innen fordern in Berlin den Stopp des umwelt- und klimaschädlichen Handelsabkommens zwischen der EU und den Mercosur-Staaten. In den frühen Morgenstunden projizieren sie "Brandgefahr für den Amazonas: Stoppt das EU-Mercosur-Abkommen" an die Fassade des Auswärtigen Amtes.

    Mit einer Projektion fordern Greenpeace-Aktive den Stopp des umwelt- und klimaschädlichen Handelsabkommens zwischen der EU und den Mercosur-Staaten.

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  • Greenpeace Aktivist:innen protestieren vor dem Bundesverband der Deutschen Industrie in Berlin. 50 Aktivist:innen haben einen verkohlten Baumstamm aus dem Amazonasgebiet vor den Haupteingang des Gebäudes gebracht. Vertreter:innen der deutschen Industrie treffen sich derzeit mit dem brasilianischen Umweltminister Ricardo Salles. Auf dem Banner steht übersetzt " Keine Deals mit Klimakriminellen".

    Am Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin protestieren Aktive 2019 gegen ein Treffen von Wirtschaftsvertreter:innen mit dem damaligen brasilianischen Umweltminister Ricardo Salles.

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  • Mit 316 symbolischen Milka-Schokohasen protestieren Greenpeace-Aktivist:innen am Wiener Heldenplatz gegen Waldzerstörung und Menschenrechtsverletzungen entlang der Lieferkette von Milka.

    In Wien protestieren hunderte Milkahasen gegen die Regenwaldzerstörung, die Mondelēz für das Palmöl in seinen Produkten in Kauf nimmt.

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