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Die Sonne geht hinter den Culzean-Plattformen von Total im Culzean-Feld unter. Culzean ist ein Gaskondensatfeld in der britischen Nordsee, 230 Kilometer vor der Küste von Aberdeen.
© Marten van Dijl / Greenpeace

Klimaschutz braucht Gasausstieg

Fossiles Erdgas heizt den Klimakrise an

Rund ein Viertel unserer Energie kommt aus Erdgas - und das ist viel klimaschädlicher als sein Ruf. Deswegen brauchen wir für die Energiewende auch einen Ausstieg aus Erdgas. Ein Überblick.

Vielen gilt Erdgas als der „klimafreundlichste“ der fossilen Brennstoffe - schließlich ist der Kohlendioxidaussstoß bei der Gas-Verbrennung geringer als bei Kohle oder Erdöl. Doch die Idee vom sauberen Gas ist falsch.

Dieser Fehleinschätzung unterliegt auch die Bundesregierung: Sie sieht Erdgas  als Übergangstechnologie und fördert deshalb neue Gas-Heizungen und unterstützt neue Import-Pipelines und Flüssiggas-Terminals. Doch Erdgas ist keine geeignete Brückentechnologie für den Übergang zu Erneuerbaren Energien.

Die Bundesregierung sieht Erdgas daher als Übergangstechnologie: Sie fördert neue Gas-Heizungen, unterstützt neue Import-Pipelines und Flüssiggas-Terminals. Doch die Idee vom sauberen Gas ist falsch - Erdgas ist keine geeignete Brückentechnologie für den Übergang zu Erneuerbaren Energien.

Denn zum einen ist auch Gas ein fossiler Brennstoff und setzt beim Verbrennen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) frei. Jede zusätzliche Tonne davon heizt die Erde weiter auf. Um die Klimakrise zu bekämpfen, müssen wir ganz auf fossile Energien verzichten.

Hinzu kommt, dass durch undichte Stellen an Öl- und Gas-Förderanlagen und Pipelines große Mengen Methan in die Atmosphäre entweichen. Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas und  extrem klimaschädlich. Jede Tonne davon heizt die Erde über 20 Jahre betrachtet 84 mal so stark auf wie die gleiche Menge Kohlendioxid. 2020 beispielsweise gelangten weltweit rund siebzig Millionen Tonnen Methan in die Umwelt. 

 

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So gelingt das Ende vom fossilen Gas:

1. Wärmewende

Um die Ziele des Pariser Klima-Abkommens zu erreichen, muss Deutschland auch aus  Erdgas aussteigen, und zwar bis 2035. Der Schlüssel dafür ist eine schnelle Wärmewende - schließlich werden rund 80 Prozent des Gases für die Wärmeerzeugung in Haushalten und Industrie eingesetzt. Jede zweite Wohnung in Deutschland wird derzeit mit Gas beheizt, und die Bundesregierung fördert den Einbau neuer Gasheizungen sogar noch. Das ist nicht mehr zeitgemäß und muss sofort gestoppt werden. Stattdessen brauchen wir schnellstmöglich - spätestens 2025 - ein Verbot für neue Gasheizungen. Staatliche Fördergelder dürfen nur noch für erneuerbare Wärme fließen, sodass Wärmepumpen, Solarthermieanlagen, Abwärmenutzung und Power-to-Heat-Anlagen ausgebaut werden. Zudem müssen Wärmenetze vermehrt genutzt und auf erneuerbare Energien umgestellt werden. 

2. Gaskraftwerke werden Lückenfüller

Auch zur Stromerzeugung wird Gas verwendet, wenn auch in geringerem Umfang als zur Wärmeerzeugung. 2020 wurden 12 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms in Gaskraftwerken erzeugt. Zur Absicherung des Atom- und Kohleausstiegs werden Gaskraftwerke auch noch eine Weile gebraucht. Doch muss und kann der Gasverbrauch trotzdem sinken. Denn je schneller wir Solar- und Windkraftanlagen zubauen, umso seltener werden die Gaskraftwerke laufen. Sie werden zu reinen Lückenfüllern für die Zeiten, an denen kaum Wind weht und die Sonne nicht scheint. Und schließlich können die verbleibenden Gaskraftwerke durch moderne Energiespeicher ersetzt oder auf erneuerbaren Wasserstoff umgestellt werden.

3. Keine neuen Gasterminals und Gaspipelines

Klar ist: aus Gründen des Klimaschutzes muss der Gasverbrauch schnell sinken. Dennoch setzt die Bundesregierung auf weitere Gasimporte aus Russland und Übersee. So baut der russische Energieriese Gazprom in der Ostsee die Pipeline Nordstream 2. Die gigantische Röhre ist fast fertig gestellt, doch der Bau stockt wegen Sanktionen der USA. Und an der Nordseeküste planen Unternehmen den Bau von drei LNG-Terminals. 

LNG, das ist durch Abkühlung auf minus 160 Grad verflüssigtes Gas (Liquified Natural Gas). Wenn die Terminal fertiggestellt werden, könnten in Deutschland Tanker mit Flüssiggas aus Nahost oder den USA anlegen. Doch LNG hat eine äußerst schlechte Klimabilanz - denn der Energieaufwand für das Abkühlen ist extrem hoch. Zudem würden die LNG-Terminals den Import von Fracking-Gas aus den USA ermöglichen, das ganz besonders klima- und umweltschädlich ist.

Jede neue Pipeline, jedes neue LNG-Terminal lenkt unser Energiesystem in falsche Bahnen. Diese Projekte sind nicht mehr zeitgemäß und müssen so schnell wie möglich gestoppt werden. 

Aktivist:innen projizieren ein Bild mit Gesichtern von den pazifischen Inseln und aus aller Welt auf den Kühlturm eines Braunkohlekraftwerks in Neurath. Die Botschaft lautet: "Keine Zukunft in fossilen Brennstoffen!" und "#COP23".
© Daniel Müller / Greenpeace

Kohleausstieg

Kein Energieträger ist klimaschädlicher als Kohle. Vor allem Braunkohlekraftwerke sind CO2-Schleudern. Ein schneller Kohleausstieg – in Deutschland bis 2030 – ist der Schlüssel gegen die Klimakrise.

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Kletterer:innen erklimmen Ölplatformen  und hängen Banner mit der Aufschrift "Shell, räumt euren Dreck weg" und "Stoppt die Meeresverschmutzung" auf.
Greenpeace/photographer

Ölausstieg

Die Öl- und Gasindustrie sind schädlich für Umwelt und Klima. Um die Erderhitzung zu begrenzen, muss die Weltgemeinschaft komplett auf erneuerbare Energien umsteigen.

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Grüner Wasserstoff ist kostbar - und Biogas keine Lösung

Apropos Wasserstoff: Könnten wir das fossile Gas nicht einfach damit ersetzen, schließlich verbrennt dieses Gas komplett ohne CO2-Emissionen? Kurz: Von der Funktion her ja, aber von den Mengen her auf keinen Fall. Wasserstoff wird hauptsächlich durch die Elektrolyse von Wasser gewonnen. Grün nennt man ihn dann, wenn der Strom für die Aufspaltung des Wassers in Wasserstoff und Sauerstoff aus erneuerbaren Energien kommt. In einem zweiten Schritt kann aus Wasserstoff synthetisches Methan produziert werden. Beide grünen Gase werden auf jeden Fall für die Energiewende gebraucht, aber weil sie teuer und rar sind, nur an ganz bestimmten, neuralgischen Punkten.

Denn bei den Umwandlungen geht enorm viel Energie verloren. Grüne Gase - Wasserstoff ebenso wie synthetisches Methan - sollten deshalb nur dort eingesetzt werden, wo es keine anderen Alternativen gibt. In der Stahlindustrie zum Beispiel, oder im Flugverkehr. Zum Heizen von Gebäuden hingegen sind grüne Gase viel zu kostbar. Dort gibt es effizientere Alternativen wie zum Beispiel Wärmepumpen, Solarthermie oder erneuerbare Wärmenetze.

Auch Biogas ist keine Alternative zum Erdgas. Denn der Anbau von Energiepflanzen verdrängt die Nahrungsmittelproduktion und jeder weitere Druck auf natürliche Ökosysteme gefährdet die Artenvielfalt. Allenfalls Biogas aus Reststoffen ist ökologisch vertretbar - aber davon gibt es nur geringe Mengen.

Es ist wie in vielen Bereichen der Energieversorgung: ein reines Ersetzen des einen durch den anderen Energieträger ist nicht die Lösung. Es muss auch eingespart und klug und effizient genutzt werden. Nur dann kann der Ausstieg aus Gas gelingen.

So gelingt der Gas-Ausstieg

Wir brauchen dringend einen Fahrplan für den Erdgas-Ausstieg. Wichtige Eckpunkte dafür sind: 

  • Vollständiger Ausstieg bis 2035
  • Verbot neuer Gas-Heizungen bis spätestens 2024, verbunden mit einer verstärkten Förderung erneuerbarer Wärmequellen
  • Umrüstung von Wärmenetzen auf erneuerbare Energien 
  • Keine Investitionen in neue LNG-Terminals und Gas-Pipelines
  • Schneller Ausbau von Windkraft- und Solaranlagen zum schrittweisen Ersatz von Gaskraftwerken im Stromsektor.  

So könnte Deutschland auch beim Energieträger Gas seinen Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaziele schaffen.

 

 

Die Zukunft ist erneuerbar!

Aktive stellen am Strand in Durban eine Windturbine auf
© Shayne Robinson / Greenpeace

Energiewende

Sie ist die Transformation, die über unsere Zukunft entscheiden wird: Gelingt die „Energiewende“, können wir das Klima schützen. Deutschland kann das bis 2035 schaffen, wenn wir alle anpacken.

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Für einen schnelleren Abschied von klimaschädlichen Verbrennungsmotoren protestieren 15 junge Greenpeace-Aktivist:innen vor dem Messeeingang der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in München. Sie stehen in einem 100 mal 90 Meter großen Wasserbecken, halten Fotos von aktuellen Extremwetterereignissen und Banner mit dem Slogan "Die Klimakrise beginnt hier" und "Stoppt Fahren Klimawandel".
© Gordon Welters / Greenpeace

Mobilität

Wir können Mobilität in Deutschland auf nachhaltige Beine stellen. Das ist nicht nur gut fürs Klima – in Städten sorgen weniger Staus, bessere Luft und Platz für mehr Lebensqualität.

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Sonnenblume und Windmühle in der Nähe von Wismar in Brandenburg.
© Paul Langrock / Greenpeace

Erneuerbare Energien

Wind, Sonne, Erdwärme und Wasserkraft – das sind nie endende Energieformen, die uns die Erde quasi schenkt. Sie schonen Umwelt und Klima, sind sicher und bezahlbar. In ihrer Nutzung liegt die Zukunft.

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Greenpeace-Factsheet: Fossiles Gas / Erdgas

Anzahl Seiten: 5

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Elgin-Gasplattform in der Nordsee vor der schottischen Küste. Nach einem Unfall ist Methangas aus dem Bohrlochkopf der Plattform ausgetreten. Das Bild zeigt die austretende Gaswolke.

Erdgas - wie hier von der Elgin Plattform in der Nordsee - ist ein fossiler Brennstoff. Und somit schädlich fürs Klima.