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Schmelzendes Meereis bei Grönland 07/30/2009
Nick Cobbing / Greenpeace

Das arktische Meereis bleibt in Gefahr

Die mit den Jahreszeiten wechselnde Ausdehnung des arktischen Meereises nimmt mindestens seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts ab - und ist damit ein wichtiger Indikator für die Klimaerhitzung. Gleichzeitig ist das Eis wesentlich für die Strahlungsbilanz der Erde und damit für die Klimaauswirkungen. Die Schmelze des Sommers 2012 erreichte einen Negativrekord: Die Fläche des Meereises schrumpfte auf 3,27 Millionen Quadratkilometer.

Seither sank die Eisfläche in sieben von neun Sommern unter die Fünf-Millionen-Marke, in zweien lag sie nur ganz knapp darüber. Das diesjährige Minimum ist das zwölftniedrigste seit Beginn der Messungen, wie das Alfred-Wegener-Institut (AWI) mitteilte. Am 12. September 2021 war es auf bloße 4,81 Millionen Quadratkilometer und damit auf sein wahrscheinliches Minimum in diesem arktischen Sommer geschrumpft. Im Sommer 2020 gab es die zweitkleinste je gemessene Eisfläche. Im Mittel besteht ein deutlicher Trend: Das Meereis nimmt in der Fläche um rund zehn Prozent pro Jahrzehnt ab - und auch die Eisdicke wird immer geringer.

Arktisches Meereis ist ein möglicher Kipppunkt der Klimakrise

Das Abschmelzen des arktischen Meereises ist nicht nur eine Folge, sondern auch ein kritischer Faktor der Klimakrise. Durch seine weiße Farbe reflektiert das Eis je nach Schneebedeckung bis zu ca. 90 Prozent der Sonneneinstrahlung. Es kühlt damit die arktische Region. Das Meer, das durch das schmelzende Eis freigegeben wird, reflektiert nur bis rund zehn Prozent - nimmt also rund 90 Prozent der Sonneneinstrahlung und damit deren Wärmeenergie auf. So wärmen sich die arktischen Gewässer stärker auf und das Eis schmilzt noch schneller – der Prozess verstärkt sich selbst. Die Temperaturen sind in der arktischen Region inzwischen dreimal so stark gestiegen, wie im weltweiten Durchschnitt. Diese sogenannten Rückkopplungen können zu einer Instabilität des Klimasystems führen und beeinflussen den wetterbestimmenden Jetstream. Solche Effekte sind z.B. die zunehmenden Hitzewellen in Sibirien und die ungewöhnlichen Kaltlufteinbrüche in Nordamerika und Europa.

Ein weiterer Grund zur Sorge: Das erwärmte Wasser des arktischen Meeres könnte sich auf den Meeresboden auswirken – denn dort sind große Mengen von Methan in fester Form gebunden. Bisher ist noch unklar, ob und wie sich die weitere Erwärmung auf dieses Methan auswirkt. Wenn es sich löst, steigt es an die Wasseroberfläche und entweicht in die Atmosphäre. Methan hat eine ca. 30-mal höhere Treibhauswirkung als CO2 - also ein deutlich verstärkender Faktor.

Die Klimakrise verläuft schneller und extremer, als bisher erwartet - und das schwindende Eis ist ein Problem - nicht nur für die Eisbären. Viele Veränderungen sind bereits jetzt nicht mehr zu stoppen, sondern können nur noch abgeschwächt werden. „Aber auch das erfordert entschiedenes politisches Handeln – und eine schnelle Umstellung auf Erneuerbare Energien“, sagt Greenpeace-Meeresexpertin Sandra Schöttner. „Es ist höchste Zeit für einen Ausstieg aus fossilen Energieträgern.“

Ebenso erforderlich seien wirksame Meeresschutzgebiete zur Erhaltung des Meereslebens, denn gesunde Meere haben mehr Widerstandskraft gegen die Klimaerhitzung. „Meeresschutz ist Klimaschutz, beides kann nicht mehr warten“, so Schöttner.

#SchuetztUnsereMeere

>> Unterzeichnen Sie unsere Petition: Die Meere sind unser stärkster Verbündeter gegen die Klimakrise - wir fordern mindestens 30 Prozent Meeresschutzgebiete! <<

  • Eisbären auf Eisscholle

    Trauriger Rest: Den Eisbären schmilzt das Eis davon

    Überspringe die Bildergalerie
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Zusammenfassung: Ein Greenpeace-Plan für Meeresschutzgebiete

Anzahl Seiten: 9

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